Sicherheitswarnung zu Duvyzat (Givinostat): MHRA fordert verstärkte Herzüberwachung nach Berichten über Todesfälle von Patienten

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Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hat nach Berichten über Todesfälle bei Patienten außerhalb Großbritanniens, die mit Duvyzat (Givinostat) behandelt wurden, eine vorläufige Sicherheitswarnung herausgegeben. Neue Empfehlungen weisen auf kardiale Risiken, EKG- und Langzeit-EKG-Überwachung sowie regelmäßige Elektrolytkontrollen hin, um Menschen mit Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) besser zu schützen.

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hat ein wichtiges Update zur Arzneimittelsicherheit bezüglich Duvyzat (Givinostat), einem Medikament zur Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie (DMD), herausgegeben, nachdem international mehrere Todesfälle bei Patienten gemeldet wurden, die das Medikament einnahmen. Die Ankündigung unterstreicht die Notwendigkeit einer verbesserten Herzüberwachung und häufigerer Bluttests, um potenziell schwerwiegende behandlungsbedingte Risiken zu reduzieren.

Wichtig ist, dass die gemeldeten Todesfälle allein nicht beweisen, dass Givinostat die Ursache war. Die MHRA hat die vorliegenden Fälle geprüft und eine Entscheidung über vorgeschlagene Änderungen der Überwachungsvorschriften für das Arzneimittel getroffen. Die Umsetzung steht jedoch noch unter dem Vorbehalt einer unabhängigen Überprüfung, und die aktuellen Empfehlungen sind vorläufige Maßnahmen.

Wichtigstes Sicherheitsrisiko: QTc-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen

Eine der Hauptsorgen besteht darin, dass Givinostat das QTc-Intervall, ein elektrisches Maß für die Herzaktivität, verlängern kann. Eine signifikante QTc-Verlängerung kann das Risiko gefährlicher ventrikulärer Arrhythmien erhöhen und potenziell lebensbedrohliche Komplikationen nach sich ziehen.

Die MHRA rät von der Anwendung von Duvyzat bei Patienten mit erhöhtem Risiko für ventrikuläre Arrhythmien ab, insbesondere bei solchen mit:

  • Kongenitales Long-QT-Syndrom.
  • Koronare Herzkrankheit.
  • Elektrolytstörungen, insbesondere Störungen des Kalium-, Magnesium- oder Kalziumhaushalts.
  • Gleichzeitige Anwendung von Medikamenten, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern.

Diese Risikofaktoren müssen vor Behandlungsbeginn und während der gesamten Therapie sorgfältig beurteilt werden.

Wesentliche Empfehlungen zur Risikominderung und -überwachung

Die MHRA hebt mehrere Maßnahmen hervor, die Angehörige der Gesundheitsberufe umsetzen sollten, um die Patientensicherheit zu verbessern.

1. Regelmäßige EKG-Überwachung

Es sollten Elektrokardiogramme (EKGs) durchgeführt werden:

  • Vor Beginn der Givinostat-Behandlung.
  • Innerhalb von 2–4 Wochen nach Behandlungsbeginn.
  • Anschließend alle 6 Monate.
  • Wenn dies klinisch angezeigt ist, insbesondere nach Dosisänderungen.

Darüber hinaus empfiehlt die MHRA eine 24-Stunden-Langzeit-EKG-Überwachung (Holter-EKG) vor Behandlungsbeginn und deren Wiederholung, sobald der Patient eine stabile Medikamentendosis erreicht hat.

2. Häufigere Elektrolytmessungen

Blutuntersuchungen zur Messung des Kalium-, Magnesium- und Kalziumspiegels sollten nach folgendem Zeitplan durchgeführt werden:

  • Alle zwei Wochen während der ersten zwei Monate.
  • Im dritten Monat.
  • Anschließend alle 3 Monate.

Diese Tests sind unerlässlich, da Elektrolytstörungen die Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen erhöhen können.

3. Alle gleichzeitig eingenommenen Medikamente überprüfen

Medizinisches Fachpersonal sollte alle von Patienten eingenommenen Medikamente sorgfältig überprüfen, einschließlich neu verschriebener Medikamente und Änderungen bestehender Behandlungen. Besondere Aufmerksamkeit sollte Medikamenten gelten, die das QT-Intervall verlängern können.

4. Fachärztliche Herzuntersuchung

Patienten sollten einer angemessenen kardiologischen Untersuchung unterzogen werden, wobei bei Hinweisen auf ein erhöhtes Risiko aufgrund von EKG-Befunden oder klinischen Umständen ein Kardiologe hinzugezogen werden sollte. Behandlungsbeginn und -fortführung sollten gemäß den etablierten QTc-Sicherheitsgrenzwerten erfolgen.

Was sollten Patienten und Angehörige tun?

Die MHRA rät Patienten, die Einnahme von Duvyzat nicht eigenmächtig abzubrechen. Patienten sollten die Behandlung wie verordnet fortsetzen, alle geplanten Kontrolltermine wahrnehmen und ihr Duchenne-Spezialistenteam über alle eingenommenen Medikamente informieren.

Familien sollten außerdem jegliche neu auftretenden Symptome oder Bedenken umgehend mit ihrem Gesundheitsteam besprechen, anstatt auf den nächsten regulären Termin zu warten.

Alle vermuteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen sollten über das zuständige nationale Arzneimittelüberwachungssystem gemeldet werden. In Großbritannien ist dies das MHRA Yellow Card-System.

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QuelleMHRA
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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Patienten und Angehörige sollten Behandlungsoptionen und klinische Studien mit ihren medizinischen Fachkräften besprechen.

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